Soll uns das beruhigen?
Medienkommentar IAEA prüft ENSI, 2. Dezember 2011.
Die internationale Atomenergieagentur IAEA mit Sitz in Wien hat den Zweck, die Atomenergie weltweit zu fördern. Heute hat diese IAEA unserer Atomaufsichtsbehörde ENSI ein „gutes Zeugnis“ ausgestellt. Das verwundert: Hat doch Fukushima gezeigt, dass unser ENSI die Sicherheitsanforderungen bisher teils mutwillig unterschätzte. Das verwundert aber auch nicht, denn die gleiche IAEA hat auch die japanischen Behörden kontrolliert und den GAU in Fukushima nicht verhindern können.
Im Zweifel für den AKW Betreiber
Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordert das ENSI auf, ihren Job zu machen, nämlich die Bevölkerung vor dem nuklearen Restrisiko zu schützen, statt sich von der IAEA Persilscheine ausstellen zu lassen. Die Gefahren in Mühleberg und Beznau sind real. Dort laufen bald die zwei ältesten Atomreaktoren der Welt. Wobei Mühleberg direkt unter einem nicht erdbebensicheren Staudamm steht und im Notfall mit mobilen Feuerwehrpumpen gekühlt werden soll. Und Beznau steht auf einer Aareinsel, welche bei Extrem-Hochwasser überflutet würde. Diese beiden Reaktoren sind trotz nachweislichen Mängeln heute am Netz!
Strukturelle Schwächen der Atomaufsicht beheben
Die Schweizer Atomaufsicht muss grundsätzlich verändert werden. Solange in der Schweiz Atomkraftwerke in Betrieb stehen, darf es unter keinen Umständen zu falschen Einschätzungen der Sicherheit kommen. Es braucht vor allem eine Stärkung der unabhängigen Zweitmeinung. Die SES ruft Bundesrat und Parlament auf, die Motion von Nationalrat Geri Müller „Strukturelle Schwächen der Atomaufsicht beheben“ (Nr. 11.3816) anzunehmen und umzusetzen.
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Sabine von Stockar, Projektleiterin Strom&Atom
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