SES ist gegen den Ausbau von Grimsel 3
Medienkommentar, 2. September 2010 – Die Begleitgruppe KWO plus hat heute bekannt gegeben, dass sich alle Beteiligten über den Ausbau der Pumpspeicherung an der Grimsel einig seien. Die SES lehnt das Projekt Grimsel 3 jedoch strikte ab. Der Einbau einer 600 MW Pumpe (2x Leistung AKW Mühleberg) an der Grimsel hat nichts mit Förderung der Erneuerbaren zu tun. Die Investition dient einzig dem internationalen Stromhandel und dem Geschäft mit Spitzenstrom. Damit wird der Sachzwang für neue Atom- und Kohlekraftwerke sowie für neue Hochspannungsleitungen verstärkt.
Wasserkraft steht im Volksverständnis für erneuerbare Energie. Bei den Pumpspeicherkraftwerken zu unrecht. Denn entscheidend ist die Herkunft des Pumpstroms. Der stammt heute hauptsächlich aus schmutzigen und gefährlichen Kohle- und Atomkraftwerken und nicht aus Erneuerbaren.
Pumpspeicherkraftwerke schaden dem Klima
Pumpspeicherkraftwerke produzieren keinen Strom, sie verbrauchen ihn – alleine die 40 Schweizer Pumpkraftwerke jährlich etwa ein AKW Mühleberg. Ein Beispiel: Linth-Limmern (GL) soll dereinst 1’500 GWh „zusätzliche Wasserkraft“ liefern. Um diesen Strom produzieren zu können, muss die Axpo aber zuerst 2’000 GWh Atom- und Kohlestrom durch ihre Pumpen schicken, die das Wasser vom tieferen in den höheren See befördern. Das „Kraftwerk“ im Glarnerland wird faktisch nicht mehr Strom produzieren, sondern den jährlichen Stromverbrauch um zusätzliche 500 GWh anheizen. Das ist Strom für 100'000 Haushaltungen. Diese Entwicklung wird in Zukunft noch schlimmer. Der SES sind mindestens acht neue Projekte bekannt. Mit ihnen wird der Bedarf an Pumpstrom in Zukunft auf 3,5 AKW Mühleberg steigen! Nebst einigen Tonnen Atommüll verursacht diese Stromschieberei etwa 4'000’000 Tonnen CO2 jährlich – im Ausland.
Position der SES
Die Schweizerische Energiestiftung SES stellt sich heute gegen den Ausbau der Pumpspeicherwerke. Der Ausbau ist unnötig, erhöht den Stromverbrauch, steigert den Sachzwang für den Bau neuer Kohle- und Atomkraftwerke und belastet damit das Klima.
Kontakt:
Jürg Buri, SES-Geschäftsleiter, Tel. 044 275 21 22 / 078 627 84 14, juerg.buri@energiestiftung.ch
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» Faktenblatt «Wasserkraft ist nicht gleich Wasserkraft» (Juni 2009)
» SES-Position Pumpspeicherung (2008)