Die anderen Energienachrichten Newsletter Nr. 42

1. SES-Veranstaltung I: «Die spritfressende Autoflotte der Schweiz»
2. SES-Veranstaltung II: Desertec
3. SES Neuerscheinung: Publikation zu Klima, Peak Oil und Wirtschaftswachstum
4. UREK Ständerat will die Handbremse bei den Erneuerbaren nicht lösen
5. Der CO2-Gehalt von Atomstrom
6. Windenergie auf dem ersten Platz
7. Schade, Herr Obama!
8. UREK des Nationalrates beschliesst Nein zur Klima-Initiative
9. AKW Gösgen hält sich nicht an Vorschriften

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1. SES-Veranstaltung I: «Die spritfressende Autoflotte der Schweiz»

Am 10. März findet in Bern die Frühlingsveranstaltung der parlamentarischen Gruppe Peak Oil und der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) zum Thema «Die spritfressende Autoflotte der Schweiz» statt. Die Schweiz hat die klimaschädlichste Neuwagenflotte Europas. Das muss sich aus zwei Gründen ändern. Peak Oil ist erreicht und ein wirksamer
Klimaschutz ist notwendiger denn je. Zwischen 1995 und 2006 wurde eine Wachstumsrate der CO2-Emissionen des Verkehrssektors um 12% verzeichnet. Das ist zuviel. Über
Zukunftsvisionen referieren Peter Marti, Metron Verkehrsplanung AG, mit dem Thema «Handelbare Verbrauchsgutschriften für PW - ein effizientes Instrument der CO2-Politik im Verkehrssektor» und Thomas Volken, Bundesamt für Energie, mit dem Referat «Die Politik des Bundes für mehr Energieeffizienz für Neuwagen».
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2. SES-Veranstaltung II: Desertec

Am Donnerstag, 25. März, findet in Zürich die Veranstaltung «Sonnenstrom aus der Wüste - Illusion oder sinnvolle Alternative» statt. Kann und soll Desertec nordafrikanischen Wüstenstrom in die Schweiz bringen? Bis zum Jahr 2050 soll der Wüstenstrom aus Sonnenkraftwerken bis zu 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs ausmachen. Desertec ist eine Idee, die für grosse Visionen sorgt. Strom soll dort produziert werden, wo Energie reichlich vorhanden ist. Das scheint grundsätzlich sinnvoll. Doch ist es
technisch realistisch? Ist es politisch umsetzbar? Welche «Nebenwirkungen» könnte ein solches Projekt haben? Und ist es grundsätzlich richtig, benötigte «Ressourcen» im Süden abzapfen zu wollen? Oder wird der Ausbau der einheimischen erneuerbaren Energien dadurch gebremst?
Referierende sind Aeneas Wanner, Energie Zukunft Schweiz, Christine Eberlein, EVB, Thomas Nordmann, TNC Consulting und Geri Müller, SES
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3. SES Neuerscheinung: Publikation zu Klima, Peak Oil und Wirtschaftswachstum

Der Tagungspublikation zur SES-Fachtagung 2009 "Klimawandel, Ölknappheit, Wirtschaftskrise - Zeit für eine Wachstumsdebatte" ist erschienen. 130 Seiten spannende Lektüre über die Zusammenhänge zwischen Klima- und Ressourcenkrise sowie den Grenzen des Wachstums. Die Publikation kann bei der SES für CHF 30.- bestellt oder als PDF runtergeladen werden.
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4. UREK Ständerat will die Handbremse bei den Erneuerbaren nicht lösen

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) hat am 16. Februar über die Deblockierung der Kostendeckenden Einspeisevergütung KEV beraten. Die Kommission folgt dem Vorschlag des Nationalrates und schlägt dem Plenum eine Erhöhung von 0,6 auf 0,9 Rappen vor. Die Teildeckel will sie aber nicht aufheben. Neu sollen auch KEV-Gelder für die Forschung abgezweigt werden und die Grossverbraucher sollen vom Zuschlag ohne Gegenleistung befreit werden. Damit hat der Ständerat die Vorlage aus dem Nationalrat verschlechtert statt verbessert. Das Bundesamt für Energie hat bereits dem Nationalrat deutlich gemacht, dass es für eine sinnvolle Deblockierung der KEV eine Erhöhung um 1,2 Rp/kWh und die Aufhebung der Teildeckel braucht. Mit der jetzigen Regelung werden wir in 2-4 Jahren wieder eine Blockierung haben. Aber genau das scheint die UREK-S zu wollen. Statt saubere einheimische Kilowattstunden aus dezentralen Kraftwerken ernsthaft zu fördern, plant sie lieber neue
Grosskraftwerke, welche mit ausländischem und giftigem Uran oder Gas betrieben werden. Das Plenum des Ständerates ist in der Frühlingssession gefordert, diese KEV zu erhöhen und die Handbremse bei den Erneuerbaren wirklich zu lösen.
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5. Der CO2-Gehalt von Atomstrom

Immer wieder führt die Atomlobby das Klimaargument ins Feld. Doch ihr Anteil an der globalen Energieversorgung ist mit 2,5% viel zu klein - neue AKW würden das Weltklima also nicht retten. Wie viel des schädlichen Treibhausgases im Atomstrom tatsächlich enthalten ist, hängt von der konsultierten Studie ab und kann nur abgeschätzt werden, da weder für den Rückbau noch für die Lagerung des Atommülls Erfahrungen bestehen. Der Range liegt bei beachtlichen 3-230 g/kWh. Für eine saubere Berechnung der CO2-Belastung von Atomstrom muss die ganze Produktionskette berücksichtigt werden. Dazu gehört die Förderung der Rohstoffe, der Transport, Bau, Rückbau und Unterhalt eines Atomkraftwerks sowie die Verteilung des Stroms.
Die Schweizerische Energie-Stiftung stützt sich deshalb auf einen Wert von ca. 100 g/kWh Atomstrom. Eines ist klar: Die Emissionen pro Kilowattstunde werden künftig zunehmen, denn der Uran-Abbau wird immer energieintensiver werden.

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6. Windenergie auf dem ersten Platz

Rund 40 % der europaweit neu installierten Kraftwerksleistung stammt aus Windenergie. Keine andere Stromerzeugungstechnik konnte in Europa 2009 mehr Zuwachs verzeichnen. Die Schweiz steckt bei der Windenergienutzung hingegen nach wie vor in den Kinderschuhen. Zwar wurden letztes Jahr die beiden Anlagen in St. Brais (JU) in Betrieb genommen, aber insgesamt sind in der Schweiz erst 17,5 MW Windenergieleistung installiert. Die aktuelle einheimische Produktionserwartung
beträgt 27 Millionen kWh pro Jahr - immerhin soll sich diese Zahl bis Ende 2010 verdoppeln.
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7. Schade, Herr Obama!

Nach drei Jahrzehnten Pause sollen in den USA erstmals wieder neue Atomreaktoren gebaut werden. US-Präsident Barack Obama kündigte staatliche Kreditzusagen in Höhe von rund acht Milliarden Dollar für den Bau zweier Reaktoren an. Ob das Geld genügen wird, ist fraglich, zeigen doch die Beispiele im finnischen Olkiluoto wie auch im
französischen Flamanville, dass budgetierte Kosten bei weitem überschritten werden. Die schärfste Analyse diesbezüglich liefert die Citibank. Im November des vergangenen Jahres veröffentlichten Analysten der Citibank die Studie "New Nuclear - The Economics say no" (Neue Kernkraft - Die Ökonomie sagt nein). Das Fazit: Die vermeintliche AKW-Renaissance findet höchsten dort statt, wo staatliche Betreiber oder Geldgeber das Risiko tragen. Die amerikanische Regierung hat jetzt Kreditgarantien in Höhe von
54 Milliarden Dollar für neue Atomkraftwerke budgetiert. Allerdings sind erste Pläne bereits auf Eis gelegt worden wegen befürchteter Kostenexplosionen.

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8. UREK des Nationalrates beschliesst Nein zur Klima-Initiative

Die Trägerschaft der Klima-Initiative bedauert den negativen Entscheid der nationalrätlichen Kommission vom 3. Februar, denn die SchweizerInnen wünschen eine engagierte Schweizer Klimapolitik. Das moderate CO2-Reduktionsziel von mindestens 30% im Inland gegenüber dem Stand von 1990 geniesst zudem auch in Wirtschaftskreisen
Sympathie. Mit einer aktiven Klimapolitik werden Arbeitsplätze, Innovation und Wertschöpfung in der Schweiz geschaffen und die Abhängigkeit von fossilen Energien reduziert. Der Verein Klima-Initiative kritisiert die mutlose Kommission, denn sie agiert klimapolitisch an weiten Teilen von Wirtschaft und Bevölkerung vorbei. Die Klima-Initiative hat mit der klaren Botschaft und dem moderaten 30 Prozent-Reduktionsziel eine reale Chance vor dem Volk. Am 17. März behandelt der Nationalrat die Klima-Initiative im Plenum. Für die Schweiz ist die Unterstützung der Klima-Initiative ein zentraler Schritt. Gespannt sind wir auch, inwieweit die eidgenössischen Räte es diesen Sommer im Rahmen der CO2-Gesetz-Revision zustande bringen, der Klimainitiative einen valablen Gegenvorschlag zu unterbreiten. Mindestens Fulvio Pelli sollte nach seiner Teilnahme vorgestern am
Jubiläums-Kyoto-Apéro beim WWF aus erster Hand informiert worden sein, in welche Richtung es klimapolitisch zwingend gehen muss. Zeigen Sie Ihrer FDP, dass auch Sie lernfähig sind, wir von der SES lassen uns gerne positiv überraschen.
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9. AKW Gösgen hält sich nicht an Vorschriften

Wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI am 9. Februar berichtete, hat das AKW Gösgen "einen zentralen Grundsatz der Sicherheitsvorsorge verletzt". Nach
dem Revisionsstillstand 2008 waren beim Wiederanfahren zwei sicherheitsrelevante Gleichrichter ausgefallen. Die Verantwortlichen des AKW Gösgen setzten nach der Behebung der Störung das Anfahren fort, obwohl die Ursache des doppelten Ausfalls nicht bekannt war. Zudem hat das KKW Gösgen dem ENSI das Vorkommnis erst im
März 2009 gemeldet. Das ENSI stuft das Vorkommnis auf der Stufe 1 der Internationalen Ereignisskala INES ein und begründet die Einstufung mit dem nicht sicherheitsgerichteten Umgang mit einem Mehrfachversagen.

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