Die anderen Energienachrichten Newsletter Nr. 41
1. Gute Klima-Politik würde sich für die Schweiz lohnen
2. Peak Oil im Rück- und Ausblick
3. Kopenhagen ist gescheitert - und jetzt?
4. Windstrom schlägt Atomstrom!
5. Vier Windparks für das ewz
6. Verzögerungen bei französischem AKW
7. Elektrospeicherheizungen - der neue Ratgeber der Greenpeace
8. Aktuelles Energie&Umwelt: Die SES auf dem Energie-Prüfstand
9. Public Eye Award - Unternehmensverantwortung hier und jetzt
10. Unbrauchbare Szenarien der Schweizer Energiepolitik
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1. Gute Klima-Politik würde sich für die Schweiz lohnen
Am 12. Januar hat die UREK des Nationalrats die Revision des CO2-Gesetzes beschlossen. Die Trägerschaft der Klima-Initiative begrüsst das
Eintreten der nationalrätlichen Kommission, hält das beschlossene Reduktionsziel von 20% im Inland jedoch für ungenügend, denn es genügt nicht, um die Beschränkung der Klimaerwärmung auf weniger als 2 Grad einzuhalten. Und eines ist klar: Ein tief angesetztes Reduktionsziel schadet der Schweiz. Mit einer «lauwarmen Klimapolitik» im Stil des Bundesrats droht die Schweiz technologisch den Anschluss an die internationale Entwicklung zu verpassen. Damit sich dieses Faktum auch im Parlament durchsetzt, wird sich die Trägerschaft der Klima-Initiative weiter konstruktiv in die Revision des CO2-Gesetzes einbringen.
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2. Peak Oil im Rück- und Ausblick
Anfang des Jahrhunderts war Peak Oil noch ein Fremdwort. Noch in den 1990er Jahren prognostizierte die IEA einen Ölpreis von 20 Dollar pro Barrel für das Jahr 2020. Heute ist Peak Oil Realität. Die Ölpreise fluktuieren in noch vor zehn Jahren undenkbaren Höhen. Die Auswirkungen davon werden einzig durch die gedämpfte Rohölnachfrage infolge der Weltwirtschaftskrise abgeschwächt. Doch Peak Oil
ist erreicht und in den Medien und der Öffentlichkeit als Begriff gesetzt. Trotzdem wird das Thema von der Politik konsequent totgeschwiegen. Angesichts der dramatischen Öl-Abhängigkeit der Weltwirtschaft und des in den kommenden 10 Jahren absehbaren jährlichen Förderrückgangs sollte sie aber schon längst gehandelt haben.
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3. Kopenhagen ist gescheitert – und jetzt?
Viele Hoffnungen wurden in den Klimagipfel im Dezember 2009 in Kopenhagen gesteckt. Man sprach unter anderem von der wichtigsten globalen Konferenz seit der Potsdamer Konferenz 1945. Aber die Hoffnungen wurden enttäuscht. Es kam kein verbindliches Abkommen zustande. Nicht einmal 120 anwesende Staatschefs und die Beschwörung des Klimagipfels als die grösste Herausforderung des Jahrhunderts konnten das klägliche Scheitern verhindern. Zwar wurde - und das ist immerhin als kleinster Erfolg zu werten - das Ziel einer
Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als 2 Grad breit anerkannt. Aber ohne klares Klimaabkommen mit verbindlichen Reduktionszielen
bleibt das zwei-Grad-Ziel ein nicht erfüllbarer Wunschtraum. Nur auf den Plakaten der kraftvollen, breiten Demonstrationen in der dänischen Hauptstadt ist Kopenhagen tatsächlich zu Hopenhagen geworden.
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4. Windstrom schlägt Atomstrom!
Weihnachten 2009 war Windstrom-Zeit. Gleich zwei Rekorde hat die Deutsche Windkraft dank einem Sturm geschlagen. Innert fünf Stunden konnten fast 100 Millionen Kilowattstunden ins Netz gespiesen werden, so viel wie 20 Atomkraftwerke bei Höchstleistung. Gleichzeitig rutschte der Strompreis an der Leipziger Energiebörse so tief ins Minus, dass die Kraftwerksbetreiber am frühen Morgen des 26. Dezember draufzahlen mussten, wollten sie ihren Strom loswerden.
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5. Vier Windparks für das ewz
Im Mai 2009 haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich einem Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für Windenergieanlagen zugestimmt. Das ewz hat nun 27 Windanlagen gekauft, die auf vier Windparks verteilt sind. Der damit produzierte Strom reicht, um 44'000 Haushaltungen mit Strom zu versorgen. Die SES gratuliert dem ewz zum Kauf und hofft, dass zukünftig auch in der Schweiz in erneuerbaren Strom investiert wird.
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6. Verzögerungen bei französischem AKW
Das neue Atomkraftwerk im nordfranzösischen Flamanville wird frühestens 2014 Strom produzieren. Die Bauarbeiten am zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) seien mindestens zwei Jahre im Verzug. Das vor allem, aufgrund der Anforderungen der Atomsicherheitsbehörde, des Mangels an Fachkräften und des Prototyp-Charakters des Projekts am Ärmelkanal. Ende 2009 hatte ein Warnbrief mehrerer Atomaufsichtsbehörden für Aufsehen gesorgt. Sie verlangten Nachbesserungen bei der Sicherheit des EPR-Reaktors. Die
Schweizer Stromkonzerne wollen in dieselben Reaktoren investieren.
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7. Elektrospeicherheizungen – der neue Ratgeber der Greenpeace
Alle Elektroheizungen in der Schweiz verschlingen jährlich rund 5500 GWh. Das entspricht dem Konsum von 1,4 Millionen Durchschnittshaushalten. Elektroheizungen sind nicht nur massive Stromverbraucher, auch die Gesamt-Ökobilanz sieht schlecht aus, denn sie liefern Raumwärme auf teure und umweltschädliche Art.
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8. Aktuelles Energie&Umwelt: Die SES auf dem Energie-Prüfstand
Für das aktuelle E&U (4/2009) haben wir unsere 2000-Watt-Tauglichkeit getestet. Das Resultat finden Sie im Heft (siehe Link unten). Viele
unserer Leserinnen und Leser haben den Selbsttest ebenfalls gemacht, mit interessanten Ergebnissen, wie z.B. Erich Willi berichtet: «Ich habe meinen Verbrauch an der 2000-Watt-Ausstellung der Stadt Zürich messen lassen und bin auf sensationelle 2844 Watt gekommen. Erstaunlich daran: Ich wohne nicht in einem Minergiehaus, habe keinen neuen Kühlschrank und brauche immer noch die alten Glühbirnen auf. Ich lebe also ziemlich ineffizient. Der tiefe Verbrauch resultiert daraus, dass wir wenig Wohnfläche pro Person, kein Auto und kein Flugzeug beanspruchen, dass wir nur 2-3 Kilometer pendeln und uns aus der Region und fleischarm ernähren.» Herr Willi bescherte uns damit unseren Neujahresvorsatz: f.d.H. (fahr die Hälfte, flieg die Hälfte und sicher auch friss die Hälfte). Lieben Dank Herr Willi.
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9. Public Eye Award - jetzt abstimmen
Mit den Public Eye Awards setzen die Erklärung von Bern (EvB) und Pro Natura seit 2000 einen kritischen Kontrapunkt zum Jahrestreffen des WEF in Davos. Seit 2009 ist neu Greenpeace Schweiz an die Stelle der Pro Natura getreten. Ziel ist es, den Akteuren der Weltwirtschaft zu zeigen, dass Menschen und Umwelt verachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen haben - primär für die Betroffenen, aber auch für das
Firmenimage. Wie jedes Jahr können Sie auch heuer IhreStimme abgeben.
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10. Unbrauchbare Szenarien der Schweizer Energiepolitik
Die Bundesszenarien der Schweizer Energiepolitik sind längst überholt - zumindest für die Photovoltaik. Das Potenzial des solar erzeugten
Stroms liegt viel höher als bislang angenommen, wie die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie (SSES) zeigte. Die Szenarien des
Bundesamts für Energie BFE sind inzwischen drei Jahre alt und überholt. Bis zu zwölf Prozent des Zubaus an Stromkapazität könnte in den nächsten zehn Jahren aus der Pholtovoltaik stammen. Die Reduktion der Kosten für Solarmodule ist immens, allein im Vorjahr reichte sie bis zu 40 Prozent. Die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom wird also viel früher erreicht, als bisher angenommen.
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