Erhebliche Verzögerung bei französischem AKW

Frankreich, 19. Januar 2010 – Das neue Atomkraftwerk im nordfranzösischen Flamanville wird nach Informationen der französischen Tageszeitung "Le Figaro" frühestens 2014 Strom produzieren. Das ist eine Verzögerung von mindestens zwei Jahren.

Das neue Atomkraftwerk im nordfranzösischen Flamanville wird nach Informationen der französischen Tageszeitung "Le Figaro" frühstens 2014 Strom produzieren. Die Bauarbeiten am zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) seien mindestens zwei Jahre im Verzug, berichtete das Blatt am Dienstag unter Berufung auf am Projekt beteiligte Quellen. Hintergrund seien unter anderem die Anforderungen der französischen Atomsicherheitsbehörde, der Mangel an Fachkräften und der Prototyp-Charakter des Projekts am Ärmelkanal. Kraftwerkbetreiber Electricite de France (EdF) erklärte am Dienstag zu dem Bericht: «Wir rechnen weiter damit, dass die Bauarbeiten 2012 abgeschlossen werden und der Reaktor 2013 ans Netz geht», sagte eine Sprecherin.

Der erste EPR wird seit 2005 in Olkiluoto in Finnland gebaut. Auch dort gibt es erhebliche Verzögerungen. Ursprünglich sollte der gemeinsam von Areva und Siemens entwickelte Reaktor mit einer Leistung von 1600 Watt drei Mrd. Euro kosten und schon seit 2009 Strom in die Netze einspeisen. Derzeit ist nicht einmal eine Übergabe vor 2013 sicher. In Frankreich hatte Ende vergangenen Jahres ein Warnbrief mehrerer Atomaufsichtsbehörden für Aufsehen gesorgt. Sie verlangten Nachbesserungen bei der Sicherheit des EPR-Reaktors.

Die Schweizer Stromkonzerne wollen denselben Typ Atomreaktor kaufen.

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