UVEK nimmt Sicherheitsrisiken in Kauf

21.12.2009 Medienmitteilung der SES – Heute hat das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK dem Atomkraftwerk Mühleberg eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt – obwohl es seit längerem Sicherheitsmängel aufweist und das Waadtländer Stimmvolk ganz klar NEIN dazu gesagt hat. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hält den Entscheid des UVEK für fahrlässig.

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Das AKW Mühleberg ist bekannt für seine negativen Schlagzeilen: Immer wieder wurden wachsende Risse an verschiedenen Teilen des Kraftwerks entdeckt. So etwa an der Kernsprühleitung, die im Falle einer Reaktor-Überhitzung zum Einsatz kommt, oder an den Schweissnähten des Kernmantels. Erst kürzlich hat man auch am Druckbehälter Risse entdeckt. Das AKW Mühleberg ist einer der ältesten Siedewasserreaktoren weltweit.

Mängel sind nicht behoben
Das UVEK hat dem ENSI eine immense Verantwortung aufgebürdet, denn dem AKW Mühleberg wurde eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt, obwohl diverse Mängel bis heute nicht behoben wurden. Zur Erinnerung: Würde es in Mühleberg zu einem groben Unfall kommen, so wäre die Hälfte der Schweiz langfristig verseucht und unbewohnbar. Die Schäden würden nur zu einem Bruchteil von der Betreiberin BKW übernommen, der Rest würde den Staat – also uns Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – etwa 4'500 Milliarden Franken kosten (Studie «Katanos», 1995).

Keine klaren Abschaltkriterien
Gesetzlich ist festgehalten, dass Schweizer AKW betrieben werden dürfen «so lange sie sicher sind». Doch was heisst das genau? Der Interpretationsspielraum ist gross und die heutigen Abschaltkriterien sind unklar. Sicher ist nur eines: Ein AKW muss abgeschaltet werden, bevor es gefährlich ist und nicht, nachdem es nicht mehr sicher war. Der Reaktor in Mühleberg wurde für eine Betriebszeit von 30 Jahren gebaut. Heute ist er 38-jährig – und erhält eine unbefristete Betriebsbewilligung! Die SES verurteilt den Entscheid des UVEK und unterstützt die Waadtländer Bevölkerung.

Die SES wünscht dem ENSI das nötige Wissen um die Gefährlichkeit veralteter AKW, eine harte Hand und die nötige Unabhängigkeit.

Weitere Infos:
Jürg Buri, Geschäftsleiter SES
Tel. Geschäft: 044 54 61
Tel. Mobile: 078 627 84 14

E-Mail: juerg.buri@energiestiftung.ch

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