Die anderen Energienachrichten Newsletter Nr. 39
1. Peak Oil ist vorbei
2. Rückblick: SES-Veranstaltung «E-Mobil»
3. Stoppt den Kohlewahnsinn – Kein Kohlekraftwerke in Brunsbüttel
4. Kohlekraftwerk Emden gestoppt
5. Heiraten im Atommülllager
6. ENSI wirft Axpo vorsätzliches Handeln vor
7. Biodiesel: Schlechtere Bilanz als Benzin
8. WiderGsang: Singen gegen Atom und Müll
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1. Peak Oil ist vorbei
So richtig zugeben kann das die OECD-Energie-Lobby Organisation IEA natürlich nicht. Hinter vorgehaltener Hand wissen sie es aber eigentlich: Peak Oil ist vorbei. Zwar kommen auch die IEA-ExpertInnen in ihrer Energie-Bibel World Energy Outlook der tatsächlichen Erdöl-Realität Jahr für Jahr ein Stück näher. Die offizielle Doktrin der IEA gebietet aber immer noch die Veröffentlichung von geschönten Daten. Das ärgert inzwischen sogar IEA- Mitarbeitende so gewaltig, dass sie als Informanten an die Medien gelangten. Das postfossile Zeitalter rückt näher, und ist die Weltwirtschaft ab nächstem Jahr erst wieder richtig in Schwung, werden wir sehr schnell wieder Ölpreise weit jenseits der 100 $ pro Barrel Öl Grenze haben.
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2. Rückblick: SES-Veranstaltung «E-Mobil»
Die Elektromobilitäts-Euphorie greift um sich. Die SES hat das Thema aufgenommen und am 10. November in Zürich die Veranstaltung «E-MOBIL?» durchgeführt. Dass das Thema interessiert, zeigte sich an dem mit 180 Personen bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. In der Realität steht es jedoch längst nicht so rosig um die Elektromobilität. Ein Ersatz für das konventionelle Automobil wird mehr denn je gesucht, denn das Öl geht uns langsam aber sicher aus. «Elektroautos sind die Zukunft», sagt zwar auch Peter de Haan von Ernst Basler und Partner. Er betont aber auch: «Die Entwicklung wird noch Jahre dauern». Auch Almut Kirchner von der Prognos AG zeigt für das Beispiel Deutschland, dass Elektroautos bis 2050 höchstens einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Das Grundproblem bleibt jedoch bestehen: Wir brauchen zu viele Ressourcen. In erster Linie braucht es
eine komplett andere Raumplanungs- und Mobilitätspolitik.
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3. Stoppt den Kohlewahnsinn - Kein Kohlekraftwerke in Brunsbüttel
Wie bekannt, will Rätia Energie zusammen mit anderen Schweizer Stromgesellschaften in Kooperation mit der deutschen SüdWestStrom mehrere Kohlekraftwerksblöcke im norddeutschen Brunsbüttel bauen. WWF, SES und Greenpeace erheben dagegen Einspruch: Dem Genehmigungsantrag der SüdWestStrom für den Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel soll nicht Folge geleistet werden. Mit einem CO2-Ausstoss von jährlich bis zu 9 Millionen Tonnen würde das Kraftwerk erheblich zum weltweiten Klimawandel beitragen und damit verheerende Folgen für Mensch und Natur haben - auch in der Schweiz. Aber dieser Umstand findet in den Untersuchungen zum Genehmigungsantrag keine Beachtung. Das geplante Kohlekraftwerk in Brunsbüttel steht in krassem Widerspruch zu allen Klimazielen. Durch die geplante Mindestlaufzeit von 40 Jahren ist das Steinkohlekraftwerk unvereinbar mit den internationalen Vorgaben zur Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels.
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4. Kohlekraftwerk Emden gestoppt
Das vom dänischen Energiekonzern Dong bei Emden geplante Kohlekraftwerk wird nicht gebaut. Demnach hat der Konzern die gesamten Neubaupläne für das Ausland revidiert. Von vier geplanten Kohlekraftwerken - zwei in Großbritannien, zwei in Deutschland - will er trotz aller Proteste nur noch am Bau eines einzigen festhalten: am Kraftwerk im deutschen Lubmin.
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5. Heiraten im Atommülllager
In einem dreiteiligen Bericht («Und wie machens denn die Schweden?») zeigt der Journalist der Aargauer Zeitung, Peter Belart, wie die Schweden ihr Atommüll-Problem angehen. Offenbar wurde er von der SKB (schwedische Nagra) so gut behandelt, dass er die Probleme des Versuchslagers nicht mehr sehen konnte. Der Vollständigkeit halber: 2006 wurde im Lager für mittel- und schwachaktive Abfälle ein Leck entdeckt. Die Ursache war die falsche Lagerung des Atommülls und das schlechte Controlling der SKB. Im Lager für hochradioaktive Abfälle hat die SKB den Atommüll in Kupferkanistern gelagert. Nicht bedacht hatten die Experten: Kupfer rostet schnell. Auch in
Schweden ist also der Umgang mit Atommüll nicht ganz einfach. Doch der Journalist der Aargauer Zeitung sieht das ganz harmonisch: «Das Endlager, das Tiefenlabor und das Zwischenlager für die hochaktiven Abfälle stehe für Besucher offen. Damit verstärkt sich die Überzeugung eines Gemeinschaftswerks, eines gemeinsamen Anliegens, einer gemeinsam zu lösenden Aufgabe. Das Felslabor in Oskarshamn steht übrigens für volksfestähnliche Anlässe zur Verfügung, etwa für Laufsportwettbewerbe oder für Hochzeiten in der Rettungskammer in 500 Metern Tiefe.» Die SES wünscht dir eine strahlende Zukunft!
6. ENSI wirft Axpo vorsätzliches Handeln vor
Die Schweizer Atomaufsichtsbehörde hat ein Strafverfahren gegen die Axpo eingeleitet. Der Unfall, bei dem zwei Arbeiter verstrahlt wurden, war schlimmer, als behauptet. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI) wirft dem Stromkonzern vor, vorsätzlich oder fahrlässig gegen das Strahlenschutzgesetz verstossen zu haben. Einer der Beschäftigten habe dabei 38, der andere 25,4 Millisievert abbekommen, bestätigte das ENSI (Grenzwert 20 Millisievert). Die Axpo habe den Vorfall zudem auf der Störfallskala zu niedrig eingestuft, denn es handle sich bei dem Vorfall um das schwerwiegendste Vorkommnis seit Jahrzehnten. Auf das Konto des ältesten Schweizer
Atomkraftwerks, dem drittältesten Druckwasserreaktor der Welt, gehen im laufenden Jahr sechs von sieben bei der Aufsichtsbehörde gelistete Störfälle.
7. Biodiesel: Schlechtere Bilanz als Benzin
Der «Internationale Rat für nachhaltige Ressourcennutzung» hat einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, das die Öko- und Klimabilanz von Biodiesel noch schlechter ist als die von herkömmlichem Benzin. Im Bericht ist auch die Entstehung des Biosprits berücksichtig. Denn für den Rohstoff Palmöl wird in Ländern wie Malaysia und Indonesien grossflächig Regenwald abgeholzt oder abgefackelt. Mindestens 800 Prozent mehr Treibhausgase als fossiler Diesel setzt der vermeidlich umweltverträgliche Biotreibstoff frei (bei Hochmooren sogar bis zu 2000 Prozent). Weltweit werden inzwischen 36 Millionen Hektar Land für die Biotreibstoff-Produktion verwendet. Die Autoren der Studie sieht die Zukunft höchstens in den Biokraftstoffen, die aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt werden.
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8. WiderGsang: Singen gegen Atom und Müll
WiderGsang präsentiert die erste offene und öffentliche Anti-Atom Lieder-Text-Werkstatt. Dazu machen sie engagierte Texte zu bekannten Melodien wie etwa «Weine nicht, wenn's Atommüll gibt»" oder «Strahl, strahle, strahle Sonne; Ringelblume blüh». Am 28. November ist der politischen Sänger Aernschd Born in Zürich und lädt von 15 bis 18 Uhr an den Hirschengraben 7. Inklusive Singen und Apéro. Vorkenntnisse und besondere Begabung sind nicht nötig.
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