Wasserkraft ist nicht gleich Wasserkraft

Medienkommentar zum Axpo-Pump-speicherkraftwerk «Linthal 2015»

Zürich, 21. September 2009 – Die Axpo baut in Glarus das neue Pumpspeicher-kraftwerk Linth-Limmern und verspricht mehr Strom und Klimaschutz. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES stellt sich heute gegen den Ausbau der Pumpspeicherwerke. Denn Pumpspeicherkraftwerke brauchen mehr Strom als sie produzieren und belasten das Klima.
Wasserkraft ist saubere Energie. Doch das gilt nicht überall: Pumpspeicherkraftwerke fressen mehr Strom, als sie produzieren und sind ein Verlustgeschäft für Natur und Klima. Ausgerechnet diese will die Stromwirtschaft nun im grossen Stil ausbauen. Aber mit «Ausbau der heimischen Wasserkraft» hat Pumpspeicherung nichts zu tun.

Teurer Etikettenschwindel
Zwischen traditionellen Wasserkraftwerken und Pumpspeicherkraftwerken besteht ein wichtiger Unterschied: Pumpspeicherkraftwerke gewinnen den Strom nicht aus natürlichen Zuflüssen, sondern sie pumpen es nachts und an Wochenenden von tiefer gelegenen in höhere Speicherseen hinauf. Im Kanton Glarus – so das Axpo-Projekt – vom Limmernsee in den Muttsee. Der Etikettenschwindel: Solche Kraftwerke brauchen mehr Strom, als sie liefern. Das Pumpen benötigt 20 bis 25 Prozent mehr Strom, als erzeugt werden kann.

Nur scheinbar klimafreundlich
Konkret bedeutet das im Falle des Axpo-Projekts Linth-Limmern: Die 1’500 Gigawattstunden (GWh) produzierte «Wasserkraft» benötigt jährlich 2’000 GWh Pumpstrom, die wiederum 800’000 Tonnen CO2-Emissionen verursachen (Euromix Strom).

Die Absicht der Energiekonzerne ist weder Klimaschutz noch die Produktion von sauberem Strom, sondern die Veredelung von dreckigen Kohle- oder giftigem Atomstrom. Grosse Stromkonzerne kaufen ihn billig aus dem Ausland ein, waschen ihn mittels Pumpspeicherkraftwerken sauber und verkaufen ihn teuer zu Spitzenzeiten weiter.

Die SES appelliert an die Glarner Bevölkerung, aus diesem ökonomisch wie ökologisch fragwürdigen Geschäft auszusteigen und den Kredit an der nächsten Landsgemeinde zu verweigern.


Weitere Informationen:
Jürg Buri
Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung SES
Natel 078 627 84 14, Festnetz 044 271 54 61

» Broschüre zum Thema
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