Revision des CO2-Gesetzes: Klima - Die Schweiz tut zu wenig

06. Mai 2009: Medienmitteilung der Allianz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik

Der Bundesrat hat heute eine Reduktion des CO2-Ausstosses um 15% im Inland festgelegt. Wenn alle Länder so wenig tun würden, hätte dies global eine Klimaerwärmung von 3° Celsius zur Folge, für die Schweiz gar um 5° Celsius. Die Allianz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik verlangt eine CO2-Reduktion von 40% im Inland und fordert eine Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brenn- und Treibstoffen.
Die Klima-Allianz unterstützt eine Politik, welche die vom Menschen verursachte Erderwärmung auf maximal 2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt. Als Beitrag zum Erreichen dieses Klimaziels ist die Schweiz verpflichtet, ihren Ausstoss bis zum Jahr 2020 um 40% gegenüber dem Stand des Jahres 1990 zu reduzieren. Dieselbe Reduktion muss die Schweiz im Ausland vornehmen, um den von ihr verursachten Ausstoss sogenannter ‘grauer’ Emissionen – die durch den Import verursacht werden – zu begrenzen. Die Allianz kritisiert die zögerliche Haltung des Bundesrates, welche vorsieht, den Ausstoss im Inland lediglich um 15% zu senken und die restlichen 5% durch den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland zu kompensieren. «Die aktuelle Regierung nimmt ihre Verantwortung nicht wahr und überlässt somit die Folgen der Klimaprobleme zukünftigen Generationen, welche aufgrund der aktuellen Untätigkeit wiederum mit noch gravierenderen Auswirkungen konfrontiert sein werden» kommentiert Elena Strozzi, Verantwortliche des Dossiers «Klima» des VCS Verkehrs-Club der Schweiz.

Die Klima-Allianz bedauert die Kurzsichtigkeit des Bundesrates nicht zuletzt auch in Bezug auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten, welche sich durch Klimaschutz-Massnahmen ergeben würden. So können Investitionen in Energie-Effizienz sowie in die Entwicklung erneuerbarer Energien Arbeitsplätze schaffen und die Position der Schweiz im Bereich der neuen Technologien stärken.

Die Allianz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik fordert eine Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen und eine Ausweitung dieser Abgabe auf Treibstoffe. Diese Forderung wird unterstrichen durch die aktuellen Emissions-Zahlen: Die Erhöhung des Ausstosses klimaschädlicher Gase durch den motorisierten Individualverkehr nahm zwischen 1990 und 2008 um 11% zu – was in krassem Kontrast zu den vorgegebenen Zielen steht, bis 2010 eine Reduktion von 8% zu erreichen.

Für weitere Informationen
Alexander Hauri, Leiter Klimakampagne Greenpeace, 076 399 60 61

Anhang:
die 54 Organisationen der Klima-Allianz Mitglieder der Allianz für eine verantwortungsvolle Klimapolitik

  • ACSI – Associazione Consomatrici della Svizzera italiana
  • Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE)
  • Alliance Sud (Arbeitsgemeinschaft Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas, Heks)
  • Alpen-Initiative
  • Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz
  • ATTAC Schweiz
  • Bethlehem Mission Immensee
  • Biomasse Schweiz
  • Brot für alle
  • Bruno Manser Fonds (BMF)
  • CIPRA Schweiz – Internationale Alpenschutzkommission
  • Claro fair trade AG
  • Coordination Energie
  • DM – échange et mission
  • ECOPOP – Vereinigung Umwelt und Bevölkerung
  • Equiterre – Partnerin für nachhaltige Entwicklung
  • Erklärung von Bern
  • Fédération romande des consommateurs – FRC
  • FiBL – Forschungsinstitut für biologischen Landbau
  • Forum Jugendsession
  • gibbeco-genosschenschaft information baubiologie
  • Greenpeace
  • Grüne Partei der Schweiz
  • Hausverein Schweiz HVS
  • Holzenergie Schweiz
  • INWO – Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung
  • Minergie – Mehr Lebensqualität, tieferer Energieverbrauch
  • Mountain Wilderness Schweiz
  • My Climate
  • Naturfreunde Schweiz
  • Oekozentrum Langenbruck
  • oeku Kirche und Umwelt
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