Neue Atomaufsicht, alte Risiken

30. 04. 2009: Heute feiert die neue Atomaufsichtsbehörde ENSI ihre Gründung. Für die SES ist diese Neuordnung der schweizerischen Atomaufsicht kein wirklicher Fortschritt. Das neue Kleid hilft nicht gegen die alten Atomrisiken.

Die Herausforderung, die Bevölkerung vor einer nuklearen Katastrophe zu schützen, wird in Zukunft noch grösser:
  • Die alten Reaktoren in Mühleberg und Beznau werden je älter je gefährlicher.
  • Die Sicherheit von angekündigten Neubauten (EPR) muss aufgrund von noch nicht gebauten Prototypen beurteilt werden. 
  • Die für eine Million Jahre nötige Sicherheit der geplanten Atommülllager muss erst noch bewiesen werden.

Geld oder Leben

Das ENSI entscheidet zwischen Profit für die Stromwirtschaft und Sicherheit der Bevölkerung. Dieser Gegensatz wird durch die Strommarktliberalisierung verschärft. Jeder AKW-Arbeits-Tag bedeutet eine Million CHF netto! Das neue ENSI ist nicht mehr dem Bundesamt für Energie angegliedert und dadurch wohl noch stärker dem Druck der AKW-Betreiber ausgesetzt.

Keine klaren Abschaltkriterien

Gesetzlich ist festgehalten, dass Schweizer AKW betrieben werden dürfen „so lange sie sicher sind“. Doch was heisst „so lange sie sicher sind“? Sicher ist nur: Ein AKW muss abgeschaltet werden bevor es gefährlich ist, nicht nachdem es nicht mehr sicher war. Die Reaktoren in Mühleberg und Beznau gehören zu den ältesten noch im Betrieb stehenden Reaktoren der Welt. Sie wurden für eine Betriebszeit von 30 Jahren gebaut. Heute sind sie annähernd 40 jährig. Die bis heute abgeschalteten AKW wurden im Schnitt gerade mal 25 jährig.

Störfall als Normalfall

Sichere AKW gibt es keine. Auch heute noch kommt es immer wieder zu Unfällen. Die aktuellste Zusammenstellung finden sie hier: http://www.energiestiftung.ch/files/downloads/energiethemen-atomenergie-risiken-reaktoren/greenpeac-report-residual-risk.pdf

Die SES wünscht dem neuen Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI trotzdem einen guten Start, viel Sachverstand und die nötige Unabhängigkeit.

Weitere Informationen:

Jürg Buri, Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung SES
Natel 078 627 84 14, Festnetz 044 271 54 61

Geri Müller, Präsident Schweizerische Energie-Stiftung SES,
Natel 076 347 77 26

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