AKW Mühleberg darf keine unbefristete Bewilligung erhalten
15. 07. 2008 Die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) hat gegen eine unbefristete Betriebsverlängerung für das AKW Mühleberg Einsprache erhoben. Mühleberg ist eines der ältesten AKW der Welt und weist beunruhigende Risse im Kernmantel auf. Dieser Zustand ist für Mensch und Umwelt unberechenbar und gefährlich, ein unbefristeter Weiterbetrieb somit fahrlässig.
Die öffentliche Auflage des Gesuchs der BKW Energie AG zur unbefristeten Betriebsbewilligung des Atomkraftwerks Mühleberg wurde heute abgeschlossen. Die BKW versuchte schon 2005 in einem Schnellverfahren die Befristung aufzuheben. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) lehnte das Gesuch 2006 ab. Die BKW zog das Verfahren aber weiter und beantragte diesmal in einem normalen Bewilligungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung eine unbefristete Betriebsbewilligung. Die Hartnäckigkeit der BKW hat ihre Gründe: Jeden zusätzlichen Betriebstag eines abgeschriebenen AKW ist für den Betreiber goldwert: das AKW wird rentabler - auf Kosten der Sicherheit.
Das AKW Mühleberg ging 1972 mit einer auf 30 Jahre befristeten Betriebsbewilligung ans Netz. Diese wurde in den 90er Jahren bis zum 31. Dezember 2012 verlängert. Weltweit liegt das Durchschnittsalter der AKW, die stillgelegt werden, bei 25 Jahren. Das AKW Mühleberg ist bald 40 Jahre alt.
Das AKW Mühleberg weist bedenkliche Alterungszeichen auf: Im Kernmantel und in der Kernsprühleitung befinden sich Risse, die bis zu 90% der Wanddicke betragen und Jahr für Jahr weiter wachsen. Andere Reaktoren des gleichen Typs wurden wegen solchen Rissen saniert oder stillgelegt. Ausserdem ist das AKW Mühleberg nicht gegen Flugzeugabsturz gesichert, nicht erdbebenfest und nicht ausreichend gegen Brand ausgerüstet.
Der Zustand des AKW Mühleberg ist unberechenbar und gefährlich. Eine unbefristete Betriebsbewilligung zu erteilen wäre fahrlässig. Die SES hat deshalb gegen das Gesuch der BKW zur Aufhebung der Befristung der Betriebsbewilligung des Atomkraftwerks Mühleberg Einsprache erhoben.
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