Peak Oil ist erreicht und der Bundesrat schläft

23.5.08 Der Ölpreis jagt von Rekord zu Rekord. Gestern erreichte er vorübergehend einen neuen Höchststand von 134 Dollar pro Fass. Innerhalb eines Jahres hat er sich verdoppelt. Alle Indizien sprechen für eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Der Bundesrat aber lehnt die Motion zur Schaffung einer dringend notwendigen Kommission für den Erdölausstieg ab. Für die Schweizerische Energie-Stiftung SES ist dies unverständlich, ja geradezu fahrlässig. Wollen wir grossen Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft vermeiden, müssen wir uns schleunigst vom schwarzen Gold lösen.

SES-Präsident und Nationalrat Geri Müller reichte am 18. März diesen Jahres eine Motion zur Schaffung einer ExpertInnen-Kommission für den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter ein. In seiner Antwort von Mitte Mai bezeichnet der Bundesrat nun eine solche Kommission als unnötig und lehnt die Motion ab. Er ist der Auffassung, dass die von ihm am 21. Februar beschlossene 4-Säulen Politik, bestehend aus Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, Energieaussenpolitik und Grosskraftwerke ausreicht. Diese 4-Säulen Politik ist, wie die SES schon im Februar betonte, völlig unzureichend

Alle Fakten sprechen für das erreichte globale Fördermaximum des Erdöls. Das Angebot kann die Nachfrage nicht mehr decken. Trotz dem Wissen um die hohe Brisanz der zukünftigen Energieversorgung, hält der Bundesrat konkretes Handeln nun also für unnötig. Die Schweiz ist aber mit über zwei Dritteln des Gesamtenergieverbrauchs extrem abhängig von fossilen Brenn- und Treibstoffen. Dies macht sie sehr anfällig auf ein sinkendes Angebot.

Ohne einen radikalen Politikwechsel droht der Welt nicht nur eine neue Ölkrise, sondern eine gewaltige Energiekrise. „Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt“, sagt inzwischen sogar der Chefökonom der Internationalen Energieagentur IEA Faith Briol. Die Menschheit steht vor der Alternative, ob die Entscheidung über ihre gemeinsame Energiezukunft friedlich fällt, oder ob in naher Zukunft Ressourcenkriege drohen. Damit dies nicht geschieht, ist der Pfad zur 2000 Watt Gesellschaft aktiv zu beschreiten.

Der Ausstieg aus den zu Neige gehenden, unsicheren und klimaschädlichen fossilen Energieträgern muss sofort angegangenen werden. Die SES fordert National- und Ständerat eindringlich auf der Motion Folge zu leisten und so den kurzsichtigen Fehlentscheid des Bundesrates zu korrigieren.

Weitere Informationen:
Geri Müller, Präsident Schweizerische Energie-Stiftung SES, 076 347 77 26
Bernhard Piller, Projektleiter Schweizerische Energie-Stiftung SES, 044 271 54 64
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