Umweltorganisationen bewerten Aktionspläne Energie: "Ziele verschärfen, Massnahmen anpassen, go!"

12. 10. 2007 Die Schweizer Umweltorganisationen Greenpeace Schweiz, Pro Natura, VCS, WWF Schweiz sowie die Schweizerische Energie-Stiftung SES und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz fordern Verbesserungen der Aktionspläne für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Die Umweltorganisationen begrüssen zwar, dass viele der längst überfälligen Massnahmen nun endlich in Angriff genommen werden können, denn der Handlungsbedarf ist inzwischen enorm. Doch weder die Ziele noch die vorgeschlagenen Massnahmen sind genug.
«Wir denken keineswegs, dass die vorgeschlagenen Massnahmen für die Zeit von 2010 bis 2020 jene Rahmenbedingungen vorgeben, die uns auf den Pfad einer sicheren und klimaverträglichen Energieversorgung führen», sagt Patrick Hofstetter vom WWF Schweiz. Als Voraussetzung fehlen ausreichende Zielvorgaben bis 2020. Die Treibhausgas-Emissionen müssen um mindestens 30% und nicht nur um 20% reduziert werden, der Stromverbrauchs muss um 10% abgesenkt werden – stabilisieren genügt nicht. Auch die Ausbauziele für die erneuerbaren Energien sind allzu bescheiden und liegen weit hinter den Zielen der EU zurück.
Um das Ziel des Klimaschutzes und einer nachhaltigen Energieversorgung ohne Atomstrom zu erreichen, sind die vorgeschlagenen Massnahmen zu verschärfen sowie weitere Massnahmen zwingend und dringend. Die Schweiz muss deshalb:
  • Sofort die CO2-Abgabe auf Treibstoffen einführen;
  • das EU-Ziel für Neuwagen von 130 g CO2/km bis 2012 vorschreiben;
  • Finanzielle Anreize für Heizungsersatzprogramme (Strom, Öl, Gas) unter der Bedingung von guter Gebäudeeffizienz schaffen;
  • Den Fahrplan für Mindestanforderungen und die rasche Einführung von harten Zulassungsbeschränkungen für elektrische Geräte und Motoren beschliessen;
  • die Nutzungspflicht von Sonnenenergie bei Neubauten verankern;
  • Keine Optimierung, sprich Aufweichung des Gewässerschutzes, sondern konsequenter Vollzug der vorhandenen Gesetze durchsetzen.
Zusatzmassnahmen:
  • eine Lenkungsabgabe auf Strom
  • Förderung des Langsamverkehrs durch konsequente Strategien von Bund, Kantonen und Gemeinden
Die Schweiz hat enorme Potenziale sowohl bei den Erneuerbaren Energien als auch bei der
Energieeffizienz. Wenn diese konsequent ausgeschöpft werden, lassen sich neue gefährliche Grosskraftwerke vermeiden und der Treibhausgasausstoss deutlich reduzieren.
Die detaillierten Vorschläge der Umweltorganisationen finden sie unter: www.wwf.ch

Kontakt:
Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik WWF Schweiz, 076 305 67 37, patrick.hofstetter@wwf.ch
Jürg Buri, Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung, 078 627 84 14,
juerg.buri@energiestiftung.ch
Annette Reiber, Energieeffizienz-Kampagne Greenpeace Schweiz, 076 431 15 22,
annette.reiber@ch.greenpeace.org
No new comments allowed (anymore) on this post.