Krebsrisiko in der Nähe von Atomanlagen

04. 10. 2007 Nationalrat Geri Müller, Präsident der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES), hat heute eine Mo¬tion eingereicht, die ein flächendeckendes Schweizer Krebsregister fordert. Diesen Sommer wurde eine Studie publiziert, die auf überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderleukämie in der Nähe von Atomanlagen hinweist. In der Schweiz führen gerade jene Kantone, die eine oder meh¬rere Atomanlagen betreiben, kein Krebsregister.
Dort, wo Atomanlagen stehen, besteht die Gefahr, dass krebserregende Radioaktivität in die Umwelt ge¬langt. In der Schweiz gibt es nur vereinzelte kantonale Krebsregister. Unverständlicherweise haben ge¬ra¬de jene Kantone mit einer oder mehreren Atomanlagen kein Krebsregister.

Um die Folgen von Atomanlagen im Normalbetrieb oder bei Zwischenfällen einschätzen und beobachten zu können, fordert der Aargauer Nationalrat Geri Müller den Bundesrat auf, ein gesamtschweizerisches, flächendeckendes Krebsregister zu erstellen und die dazu erforderlichen gesetzlichen Grundlagen zu schaf¬fen.

Neue Studie aus den USA zeigt erhöhtes Krebsrisiko
Im August hat das „European Journal of Cancer Care“ eine Studie1 publiziert, die auf überdurchschnittlich viele Fälle von Kinderleukämie in der Nähe von Atomanlagen hinweist. In der Schweiz gibt es keine solchen Untersuchungen. Die Gesundheitsrisiken im Umfeld unserer Atomanlagen sind bis heute un¬ge¬klärt.

Krebserregendes Tritium in der Aare
Diesen Sommer hat das Paul-Scherrer-Institut (PSI), nach einem Zwischenfall in einer Forschungs¬anlage, mit Tritium verseuchtes Wasser in die Aare abgegeben. Obwohl dies gemäss PSI die „best¬mög¬liche Sanierungsmassnahme“ war, verursacht Tritium Krebs und schädigt die Erbsubstanz. Der ge¬setz¬liche Grenzwert wurde zwar nicht überschritten. Dennoch fehlt der konkrete Nachweis, dass solche ra¬dioaktiven Ausbreitungen, langfristig keine gefährlichen Folgen für Tier und Mensch haben.

Nationales Krebsregister ist zwingend
Um mehr Klarheit über die Folgen von Atomanlagen im Normalbetrieb sowie bei unerwarteter Abgabe von Radioaktivität zu schaffen, ist ein flächendeckendes Krebsregister zwingend. Nur so werden die be¬rech¬tigten Bedenken der betroffenen Bevölkerung in den AKW-Standortkantonen ernst genommen.


Für weitere Informationen:

Geri Müller, Nationalrat, 076 347 77 26
Sabine von Stockar, Projektleiterin Atomenergie, 044 271 54 64/ 079 223 56 86
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