Die „Stromlücke“ ist ein Gespenst
31. 08. 2007 Die „Stromlücke“ ist eine Denklücke. Erfunden in der Werbeabteilung der Atomlobby, soll uns die drohende Strom-Knappheit gefügig machen für die Fortsetzung einer verfehlten Strompolitik. Die Schweizerische Energie-Stiftung ist demgegenüber klar der Auffassung, dass eine zukunftsfähige und sichere Stromversorgung nicht auf neue Gas- und Atomkraftwerke, sondern auf Effizienz und Erneuerbare Energien setzt. Zu diesem Thema referieren und diskutieren heute Freitag in Zürich an der SES-Fachtagung Mythos Stromlücke 11 ReferentInnen.Lücke ist ein Mythos. Bereits zum dritten Mal sieht sich die Schweizer Bevölkerung mit der sogenannten Stromlücke konfrontiert. Wie heute, ging es auch in den 1970ern, und 1980ern immer um den Bau von neuen Atomkraftwerken. So schrieb zum Beispiel der VSE im September 1987 in seinem 10-Werke-Bericht: „Die Stromlücke erreicht bis zum Winterhalbjahr 2004/2005 ein Ausmass von 4,3 Mrd. kWh, ….Ohne Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Kaiseraugst wird die Lücke sogar 7,2 Milliarden Kilowattstunden betragen“. Die Realität hat sich zum Glück anders entwickelt. Kaiseraugst wurde nicht gebaut und niemand musste im Winter 2004/2005 warmes Bier trinken.
Strom in Hülle und Fülle. Heute produzieren die in der Schweiz stehenden Kraftwerke ungefähr soviel Strom wie verbraucht wird. (58 Terawattstunden). Zählen wir die Atomstrom-Bezugsverträge mit Frankreich dazu, haben wir heute einen schweizerischen Produktionsüberhang von zweieinhalb AKW Gösgen. Rechnen wir sämtliche von Schweizer Stromfirmen im Ausland gebauten oder geplanten Kraftwerke auch noch dazu, wird die Schweiz bis im Jahre 2010 mindestens 100 Terawattstunden Stromproduktion sein Eigen nennen dürfen.
Der Markt kennt keine Lücken. Die Schweiz wird ab Januar 2008 zu 100% in den europäischen Strommarkt integriert sein. In funktionierenden Märkten entstehen keine Lücken zwischen Angebot und Nachfrage. Der Strom fliesst dorthin, wo am meisten dafür bezahlt wird. Die Idee einer echten Verknappung – kein Strom, alles wird Dunkel – ist eine bewusste und demagogische Irreführung der Bevölkerung durch die Stromwirtschaft. Sie ist nicht nur ökonomisch falsch, sondern suggeriert eine Systemgrenze Schweiz, welche für unsere heutigen Stromunternehmen längst nicht mehr gilt.
Atomloch als Chance. Das sich ab dem Jahr 2020 auftuende Atomloch ist keine Gefahr, sondern eine Chance. Denn im Strombereich haben wir bereits marktfähige erneuerbare Alternativen auf dem Gebiet der Produktion und ein gigantisches Einsparpotential beim Stromverbrauch. Die Vollversorgung mit sauberem Strom ist keine Frage der Potentiale, sondern eine Frage des politischen Willens und der Preise. Solange Atom-, Gas- und Kohlestrom ihre Vollkosten (Klimaschäden, Versicherungskosten etc.) nicht tragen müssen, sind die Spiesse ungleich lang. Das muss sich ändern.
Effizienz wird sträflich vernachlässigt. Effizienz-Massnahmen sind nur halb so teuer wie der Bau von neuen Kraftwerkskapazitäten. Dies sagt die Internationale Energie-Agentur IEA. Elektrische Energieeffizienz wurde als Thema und Potenzial bisher stark vernachlässigt. Auch das Bundesamt für Energie BFE trägt dazu bei. Bis heute fehlen genügend scharfe Zulassungsbestimmungen für elektrische Geräte, Motoren und Beleuchtung. Weiter ist es für die SES unverständlich, dass die Stromverschwendung mit Elektroheizungen nicht ernsthaft angegangen wird. Die SES hat in einer Studie (Ellipson 2006) gezeigt, dass mit heute besten Stromanwendungen 25 bis 30% des heutigen Stroms eingespart werden könnte. Auf was warten wir noch?
Weitere Informationen:
Jürg Buri, Geschäftsleiter SES
Tel 044 271 54 64 oder 078 627 84 14 und www.energiestiftung.ch
Strom in Hülle und Fülle. Heute produzieren die in der Schweiz stehenden Kraftwerke ungefähr soviel Strom wie verbraucht wird. (58 Terawattstunden). Zählen wir die Atomstrom-Bezugsverträge mit Frankreich dazu, haben wir heute einen schweizerischen Produktionsüberhang von zweieinhalb AKW Gösgen. Rechnen wir sämtliche von Schweizer Stromfirmen im Ausland gebauten oder geplanten Kraftwerke auch noch dazu, wird die Schweiz bis im Jahre 2010 mindestens 100 Terawattstunden Stromproduktion sein Eigen nennen dürfen.
Der Markt kennt keine Lücken. Die Schweiz wird ab Januar 2008 zu 100% in den europäischen Strommarkt integriert sein. In funktionierenden Märkten entstehen keine Lücken zwischen Angebot und Nachfrage. Der Strom fliesst dorthin, wo am meisten dafür bezahlt wird. Die Idee einer echten Verknappung – kein Strom, alles wird Dunkel – ist eine bewusste und demagogische Irreführung der Bevölkerung durch die Stromwirtschaft. Sie ist nicht nur ökonomisch falsch, sondern suggeriert eine Systemgrenze Schweiz, welche für unsere heutigen Stromunternehmen längst nicht mehr gilt.
Atomloch als Chance. Das sich ab dem Jahr 2020 auftuende Atomloch ist keine Gefahr, sondern eine Chance. Denn im Strombereich haben wir bereits marktfähige erneuerbare Alternativen auf dem Gebiet der Produktion und ein gigantisches Einsparpotential beim Stromverbrauch. Die Vollversorgung mit sauberem Strom ist keine Frage der Potentiale, sondern eine Frage des politischen Willens und der Preise. Solange Atom-, Gas- und Kohlestrom ihre Vollkosten (Klimaschäden, Versicherungskosten etc.) nicht tragen müssen, sind die Spiesse ungleich lang. Das muss sich ändern.
Effizienz wird sträflich vernachlässigt. Effizienz-Massnahmen sind nur halb so teuer wie der Bau von neuen Kraftwerkskapazitäten. Dies sagt die Internationale Energie-Agentur IEA. Elektrische Energieeffizienz wurde als Thema und Potenzial bisher stark vernachlässigt. Auch das Bundesamt für Energie BFE trägt dazu bei. Bis heute fehlen genügend scharfe Zulassungsbestimmungen für elektrische Geräte, Motoren und Beleuchtung. Weiter ist es für die SES unverständlich, dass die Stromverschwendung mit Elektroheizungen nicht ernsthaft angegangen wird. Die SES hat in einer Studie (Ellipson 2006) gezeigt, dass mit heute besten Stromanwendungen 25 bis 30% des heutigen Stroms eingespart werden könnte. Auf was warten wir noch?
Weitere Informationen:
Jürg Buri, Geschäftsleiter SES
Tel 044 271 54 64 oder 078 627 84 14 und www.energiestiftung.ch
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