Nationalrat will keine griffigen Massnahmen gegen die Stromverschwendung

12. 12. 2006 In der Differenzbereinigung zum StromVG folgt der Nationalrat mehrheitlich dem Ständerat. Er unterstützt mit klarem Mehr die Förderung der sauberen Stromproduktion mittels Einspeisevergütung. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs scheiterten jedoch an der bürgerlichen Ratsmehrheit. Damit verpasst der Nationalrat eine historische Chance. Die beschlossenen 15 Millionen für Effizienzprogramme reichen bei Weitem nicht um die Effizienzpotentiale auszuschöpfen.
Die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat hat sich gestern Abend durchgesetzt: Gegen den stetig steigenden Stromverbrauch will sie nichts unternehmen. Die Stromwirtschaft applaudiert und kann mit weiterhin steigenden Umsätzen rechnen. Denn ehrgeizige Ziele für die Senkung des Energieverbrauchs sowie griffige Vorschriften gegen die Stromverschwendung wurden abgelehnt. Daran ändert auch das beschlossene Bonsai-Effizienzprogramm von 15 Millionen kaum etwas.

Einsparung und effizienter Energieeinsatz sind die wichtigsten und günstigsten Massnahmen für eine sichere Strom- und Energieversorgung. Selbst die konservative und produktionsfixierte IEA schreibt in ihrem kürzlich publizierten Energy-Outlook 2006 : 1 $ investiert in Energieeffizienz, erspart uns 2 $ an Investitionen für neue Kraftwerke. Sprich, Energieeffizienz ist halb so teuer wie neue AKW oder Gaskraftwerke.

Zum heutigen Entscheid des Nationalrates meint Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung SES: „Der Nationalrat hat sich gestern Abend für die Fortführung der heutigen Stromverschwendungspolitik entschieden. Er verzichtet damit auf die billigste und umweltfreundlichste Energiequelle – die eingesparte Kilowattstunde. Damit vergrössert die bürgerliche Ratsmehrheit nicht nur ihre sogenannte „Stromlücke“, sondern auch den Sachzwang für neue Atomkraftwerke“.

Konkrete Zahlenbeispiele für Stromverschwendung in unserem Faktenblatt:
http://www.energiestiftung.ch unter Strommarktgesetz

Weitere Informationen:

Jürg Buri
Geschäftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung SES
MOBILE 078 627 84 14, FON 01 271 54 64
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