Energie und Umwelt 4/06: Neue AKW - Retter fürs Klima oder Auslaufmodell?

Energie und Umwelt, 2006, Nr. 4
  • Atomstrom keine Lösung für Klimaproblem
  • «In Tschernobyl wächst die Artenvielfalt»
  • Nagra-Informationsreise: Werbung für Scheinlösung

Inhalt:


Atomstrom ist keine Lösung für Klimaprobleme und Energieknappheit
Fossile Energiesysteme, auch Atomenergie, haben ihre Blütezeit hinter sich; sie sind längst überholt. Erneuerbare Energiequellen dagegen sind unerschöpflich. Die Technologie, die es braucht, um erneuerbare Energiequellen zu nutzen, ist erprobt und wartet nur darauf, im grossen Stil angewendet zu werden. Wir brauchen keine Atomenergie. Im Augenblick gibt es nicht eine Energiekrise, sondern eine Paradigmen-Krise.

«In Tschernobyl wächst die Artenvielfalt»
Die Atompromotoren haben dazugelernt. Um die Akzeptanz für die gefährliche Atomenergie zu erhöhen, werden gezielte und kostspielige «Greenwashing»-Kampagnen gefahren. Ein Augenschein im Reich der Halbwahrheiten.

Nagra-Informationsreise: Viel Werbung für eine Scheinlösung
Die SES nahm vom 26.–28. Oktober 2006 an einer Informationsreise der Nagra nach Schweden und Finnland teil. SES-Präsident Geri Müller und Bernhard Piller wollten selber hinschauen, wie dort mit dem hochgiftigen Atommüll verfahren wird. Klar wurde einmal mehr, dass auch die SchwedInnen und FinnInnen auf die entscheidenden Fragen keine Antworten haben. Es bleibt auch nach dieser Reise die Forderung nach einem raschen Atomausstieg.

Uran – für immer und ewig!?
Yvonne Schmid, Nicole Aebli und Daniela Wehrli haben eben die Ausbildung zur Natur- und Umweltfachfrau abgeschlossen. Ihre Diplomarbeit widmeten sie dem Thema Uran. Darin beschreiben sie den Uran-Lebenszyklus vom Abbau bis zur Entsorgung, die unklare Situation betreffend der Uranvorräte und die Auswirkungen auf die Umwelt. Die drei StudentInnen kommen zu klaren Schlüssen und fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

Die Axpo plant ein neues Atomkraftwerk
Es war längst absehbar, was an der «nuclea» vom 24. Oktober 2006 öffentlich wurde: Das führende Schweizer Energieunternehmen Axpo arbeitet seit 14 Monaten an einer Vorstudie für ein neues AKW, klärt Standorte ab und will bis 2008 ein konkretes Vorprojekt vorlegen. Der politische Arm der Atomlobby unter die Bundeshauskuppel – die «Aktion für eine vernünftige Energiepolitik» AVES – fordert den Bau von drei neuen Atomkraftwerken in der Schweiz.

Interview mit Klaus Töpfer bis vor kurzem Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms
«Es gibt positive Zeichen, nehmen Sie die Null-Energie-Häuser als Beispiel – aber sie reichen nicht», so Klaus Töpfer im Interview mit dem E&U. Als Chef des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen ist der ehemalige CDU-Politiker Klaus Töpfer zurückgetreten. Doch er kämpft weiter. Nicht zuletzt für seine Enkelin.

Rohstoffe: steigende Preise und wachsendes Konfliktpotenzial
Am 21. und 22. September fand in Berlin ein erster Fachworkshop zum Thema «Rohstoffknappheit als Konfliktrisiko und Entwicklungshemmnis» statt. Hintergrund des Fachworkshops war das offensichtliche Defizit fundierter Analysen zur Ressourcenknappheit und den damit verbundenen Konfliktpotenzialen.

30 Jahre SES – Die fünf Baustellen der Energiepolitik

Die SES hat ihr dreissigjähriges Jubiläum gefeiert. Bevor die SES mit den rund 90 Gästen, FreundInnen, Gründungs- und Ehrenmitgliedern auf die Energiezukunft anstiess, wurden in Kurzreferaten die fünf Baustellen der schweizerischen Energiepolitik skizziert.

Klima-Masterplan: Der Weg zu einer klimaverträglichen Schweiz

Das Klima heizt sich weltweit auf, die Auswirkungen sind bereits heute gravierend. Greenpeace-Experte Alexander Hauri warnt: «Die Pflicht heisst, unter 2 Grad zu bleiben.» Um die Klimaerwärmung unter zwei Grad zu halten, darf die Konzentration an Treibhausgasen keinesfalls weiter steigen. Im Gegenteil: Sie muss sinken. Der Instrumentenkatalog im Klima-Masterplan zeigt auf, wie sich diese Ziele erreichen lassen.

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