Die Schweiz kann sich Gaskraftwerke sparen

07. 12. 2006 Die Schweizerische Energie-Stiftung SES lehnt den Bau neuer Gaskraftwerke für die Schweizerische Stromversorgung ab. Erdgas ist eine endliche und nicht erneuerbare Ressource, deren Erschöpfung absehbar ist. Eine nachlassende Förderrate und die zunehmende Herkunft aus politisch instabilen Weltregionen würden die Versorgungssicherheit hochgradig gefährden. Zusätzlich würden diese Gaskraftwerke den CO2-Ausstoss der Schweiz stark erhöhen, was unverantwortlich und kaum anderweitig kompensierbar wäre.
Die SES veröffentlicht heute ein „Positionspapier Gaskraftwerke“. Mit diesem Positionspapier legen wir dar, weshalb der Gaspfad genauso wie der Atompfad ein Irrweg ist. Die Stromproduktion mit Gaskraftwerken ist klimapolitisch nicht vertretbar und gefährdet unsere Versorgungssicherheit.

Schlechte Versorgungssicherheit
Erdgas muss ebenso wie Uran in die Schweiz importiert werden. Zudem ist Erdgas an ein Leitungsnetz gebunden, und die Schweiz ist von sehr wenigen grossen Gaslieferanten abhängig. Gas ist genau wie Erdöl und Uran eine endliche Ressource. Der „Gas Peak“ wird aller Voraussicht nach in den nächsten ca. 20 Jahren erreicht sein, dann wird die Förderrate unweigerlich zurückgehen, die Preise werden steigen und die Abhängigkeit von politischen Krisengebieten wird zunehmen. Aus diesen Gründen sind Investitionen in Gaskraftwerke auf Sand gebaut.

Klimapolitisch untragbar
Gaskraftwerke stossen bedeutende Mengen CO2 aus. Der über das Kyoto Protokoll hinaus zwingend notwendige Klimaschutz lässt keine neuen CO2-Emittenten zu. Grosse Gaskraftwerke, wie sie die Stromwirtschaft momentan plant, sind realistischerweise nicht CO2-neutral zu betreiben.

Alle reden von der Stromlücke, so als ob uns schon morgen die Lichter ausgehen würden. In Tat und Wahrheit haben wir viel zu viel Strom, sonst würden wir ihn nicht in Elektroheizungen und mit unsinnigem Standby-Verbrauch verschwenden. Es ist ein volkswirtschaftlicher Unsinn über neue Grosskraftwerke zu diskutieren, bevor man die hochrentable Effizienzschiene erst richtig ausprobiert hat. Die SES ist der Meinung, dass neue Grosskraftwerke (fossil oder atomar) erst dann bewilligt werden dürfen, wenn nachgewiesen ist, dass die Einsparung der entsprechenden Energiemenge volkswirtschaftlich erheblich unvorteilhafter wäre.

Falls wider jegliche Vernunft trotzdem Gaskraftwerke in der Schweiz gebaut werden sollten, sind für die SES folgende Punkte klar: Die Betreiber von Gaskraftwerken müssen über die Betriebsbewilligung zu verbindlichen CO2-Kompensationsprogrammen im Inland verpflichtet werden. Gaskraftwerke fallen selbstverständlich unter die CO2-Abgabe-Pflicht. Eine vollständige Abwärmenutzung muss verpflichtend vorgeschrieben werden. Diese ist aber nur in kleinen Anlagen von max. 50 bis 100 MW möglich.

Download Positionspapier Gaskraftwerke (pdf)

Weitere Informationen:
Bernhard Piller, SES-Projektleiter: 044 271 54 64
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