'Energie & Umwelt' 4/05: Das Atommüllproblem ist unlösbar

Energie und Umwelt, 2005, Nr. 4
  • Atomendlager: Der dichte, ewig ruhende Fels ist eine Illusion
  • Benken: Nagra-Entsorgungsnachweis mit gravierenden Mängeln
  • Die Büchse der Pandora - Plutonium und abgebrannte Brennstäbe

Inhaltsverzeichnis


Atomendlager: Der dichte, ewig ruhende Fels ist eine Illusion
Im Yucca Mountain im US-Staat Nevada soll eines der ersten Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen. Der Berg ist abgelegen und sieht robust aus - doch der Schein trügt. Bislang hat man noch nirgends auf der Welt eine geologische Formation gefunden, in der sich der strahlende Abfall sicher wegschliessen liesse. Russland wäre bereit, den abgebrannten Brennstoff aus westlichen Ländern zu übernehmen - und die Schweiz spielt dabei eine wichtige Rolle.

Benken: Nagra-Entsorgungsnachweis mit gravierenden Mängeln
Klar! Schweiz kritisiert den erbrachten Entsorgungsnachweis der Nagra als voreilig, das Auswahlverfahren für ein Atomendlager als intransparent. Das Entsorgungskonzept enthalte viele ungeklärte Mängel und weise im internationalen Vergleich erhebliche Schwachpunkte auf. Klar! Schweiz befürchtet, Benken stehe als Standort für ein Endlager sozusagen fest.

Die Büchse der Pandora - Plutonium und abgebrannte Brennstäbe
Während ein neuer Brennstab relativ harmlos ist, enthält ein abgebrannter Brennstab ein Sammelsurium von hochaktiven Elementen. Soll man seine Umhüllung nicht besser unversehrt lassen, um den Inhalt gar nicht erst austreten zu lassen? Bei der Wiederaufarbeitung (WA) öffnet man bewusst diese Büchse der Pandora, um Wiederverwendbares zurückzugewinnen. Es bleibt dann Atommüll zurück, der "langzeitgelagert" werden muss.

Neue AKWs - wer will sie wirklich?
In den letzten Monaten wurden verschiedentlich Stimmen laut, die Schweiz brauche für die Stromversorgung in den nächsten Jahrzehnten ein neues Atomkraftwerk, wenn nicht gar mehrere. Dies hat für einige Aufregung gesorgt, aber vielleicht ist diese gar nicht angebracht - auch nicht für Atomgegner.

AKW-Haftpflicht: Das Risiko trägt weiterhin die Gesellschaft
Die Versicherungssumme pro AKW soll neu von 1 Milliarde auf 2,25 Milliarden erhöht werden. Dabei von verbessertem Opferschutz zu reden ist zynisch. Denn auch die neue Mini-Haftpflicht deckt in keiner Weise die Kosten eines potenziellen AKW-Unfalles. Es ist Zeit, die staatlichen Privilegien der Atomindustrie abzubauen.

Zynischer IAEA/UN-Bericht zur Tschernobyl-Katastrophe
Seit Jahren verharmlost die internationale Atomenergie-Agentur IAEA die Katastrophe von Tschernobyl systematisch. Die einflussreiche Atomlobby-Organisation legte im September 2005 zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP einen "definitiven" Tschernobyl-Bericht vor.

Eine junge Frau voller Energie
Sofia Rudin befasst sich nicht nur mit Energie, sondern besitzt auch selber eine ganze Menge davon. In ihrer Maturaarbeit mit dem Titel "Energie aus Wasser" ist sie der Funktionsweise von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen nachgegangen. Die engagierte junge Frau ist technisch interessiert und politisch engagiert.

Mehr Energie im Portemonnaie
Mit dem E-Budget-Würfel zeigte die Schweizerische Energie-Stiftung, wie man im Alltag Energie sparen kann und gleichzeitig das Haushaltsbudget entlastet. Diese einfachen Massnahmen sind ein Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiepolitik - und letztlich zum Ausstieg aus der Atomenergie.

Holz-Pellets heizen dem Öl kräftig ein
Heizen mit Holz-Pellets ist bequem und klimafreundlich. Gegenüber Heizöl liefern die gepressten Holzstäbchen die Raumwärme deutlich billiger. In Österreich geht die Post ab. Die Schweiz hinkt hinterher.

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