Energie und Umwelt - Nr. 3 September 2003: Energie Schweiz konkret

Energie und Umwelt, 2003, Nr. 3
  • Wenig Zuckerbrot bringt viel Energieeffizienz
  • Bürgerliches Flipperspiel mit der Umweltpolitik
  • EnergieSchweiz: Sisyphus als Programm

Inhaltsverzeichnis


Wenig Zuckerbrot bringt viel Energieeffizienz
EnergieSchweiz subventioniert, der Kanton vervierfacht und es entstehen Minergie-Häuser, Holzheizungen oder Sonnenkollektoren. Mit einem Minimum an Subventionen bauen klug rechnende Private, aber auch widerspenstige öffentliche Baukommissionen energieeffiziente Häuser. Wie ein Kanton immer energiebewusster handelt, ohne sich grün schimpfen zu lassen: ein Augenschein im Wallis.

Bürgerliches Flipperspiel mit der Umweltpolitik
Nach dem AKW-Moratoriumsentscheid von 1990 kam in der Schweiz so etwas wie energiepolitische Aufbruchstimmung auf. Das Bundesprogramm Energie-2000 wurde mit grossem Enthusiasmus lanciert. Heute kämpft das Nachfolgeprogramm EnergieSchweiz ums nackte Überleben. Den Preis für dessen Fortführung soll das BUWAL bezahlen. Die Würfel fallen in der Herbstsession.

EnergieSchweiz: Sisyphus als Programm
Die Verantwortlichen des Programms EnergieSchweiz sind nicht zu beneiden: Energiepolitisches Stop and Go im Bundeshaus und fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen machen ihre Aufgabe zur Sisyphusarbeit. Die Beteuerung «wir sind auf Zielkurs» ist reiner Zweckoptimismus. Dennoch gibt es beachtliche Erfolge.

Autofahren mit besserem Gewissen
Eco-Drive ist ein Teilprogramm von EnergieSchweiz im Bereich Mobilität. Durch sparsames Autofahren mit Eco-Drive lässt sich der Treibstoffverbrauch um bis zu 15 Prozent reduzieren. Die SES fordert deshalb, dass Eco-Drive ein zwingender Bestandteil der Fahrprüfung und längerfristig für sämtliche FahrzeuglenkerInnen obligatorisch wird.

Radioaktive Abfälle: Stilllegung oder Entsorgung oder was?
Ob mit Absicht geschaffen oder nicht: Bei Stilllegungs- und Entsorgungs-Fonds herrscht ein begriffliches Chaos, in dem sich seltsame Expertisen, sonderbare Finanz-Anlagekonzepte und leere Kassen wunderbar verstecken können.

Mit Vollgas in den verkehrs- und finanzpolitischen Kollaps
Die Avanti-Initiative fordert einen massiven Ausbau der Nationalstrassen, will Kapazitätsengpässe beseitigen sowie einen zweiten Gotthardstrassentunnel bauen – und damit den Alpenschutzartikel durchlöchern. Der heute vorliegende Gegenvorschlag hat die Avanti-Initiative rechts überholt und ist mittlerweile zum Strassenbauprogramm «Avanti Plus» avanciert.

Auf billigstem Weg zur CO2-Reduktion
Weil die Schweiz ihre Kyoto-Verpflichtungen zur CO2-Reduktion bis 2010 wohl nicht erreichen wird, wurde von der Erdölvereinigung, von économiesuisse und den Strassenverbänden der «Klima-Rappen» lanciert. Mit dem Ertrag von 70 Millionen Franken wollen sie hauptsächlich CO2-Reduktionszertifikate im Ausland kaufen und so die CO2-Abgabe verhindern.

SES-Fachtagung: Sanfter Mobilfunk – Möglichkeiten und Grenzen
Der Mobilfunkmarkt boomt, der Widerstand in der Bevölkerung gegen neue Antennen ebenfalls. Es gibt elektrosensible Menschen, die auf Belastungen weit unterhalb dieser Grenzwerte reagieren. Diese Betroffenen fühlen sich in ihrem Leiden machtlos und im Stich gelassen.

«In 20 Jahren sollte es keine Atomenergie mehr brauchen»
Wie weiter nach der Ablehnung der Atominitiativen am 18. Mai? Dieser Frage gingen anlässlich der diesjährigen SES-Jahresversammlung drei Vertreter der schweizerischen Energiepolitik und -wirtschaft nach: Ruth Genner (Nationalrätin, Co-Präsidentin Grüne Schweiz), Hans Rudolf Gubser (Mitglied Konzernleitung Axpo und Geschäftsleitung NOK) und Hans Luzius Schmid (Stv. Direktor Bundesamt für Energie, Programmleiter EnergieSchweiz).

Unsere und Ihre Wahl am 19. Oktober 2003
Die SES ist parteipolitisch unabhängig, aber wir ergreifen Partei für eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik. Aus diesem Grund erlauben wir uns auch eine Wahlempfehlung abzugeben. Wer nicht wählt, bleibt stumm.
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